Die Bewohner fühlen sich ganz sicher wohler als in einer Box. Draußen gibt es so viel zu sehen, da darf man nichts verpassen. Außerdem muss ein aufmerksames Pferd immer wieder alle Futterstellen kontrollieren, ob das Heu nicht inzwischen anders schmeckt! Im Winter wird die Sonne in der Playboylounge genossen, bei Hitze bleibt man im kühlen Unterstand. Ganz nach Belieben.

Bei uns leben:

Schimmi, 28 Jahre jung und der große Onkel für die "Kleinen". Er hält im Galopp auch über Cavalettis noch wacker mit. Nachts auch gern mal als Panzerknacker unterwegs. Inzwischen ist er deutlich ruhiger geworden und sieht auch nicht mehr so gut. Seine Zähne haben den Dentalpraktiker aber begeistert.

    

Penthi, inzwischen 22 Jahre nach einer kurzen Karriere als Trabrennsportlerin und einer wesentlich längeren und erfolgreicheren als Distanzpferd - geritten und gefahren auf über 3.000 Wettkampfkilometern. Jetzt als sagenhaft zuverlässiges Lehrpferd im Gelände und vor dem Sulky sowie als Führpferd mit ihrer Tochter auf kürzeren Strecken unterwegs. Eine schöne Pause bescherten ihr 2 Jahre als Zuchtstute in Les Dannes, Frankreich.



Levana, ebenfalls 22 Jahre, gereift und ein tolles Lehrpferd sowohl in der Halle als auch im Gelände. Unser Vorzeigepferd beim Handpferdreiten.

 


Choco, 10 Jahre mitten in ihrer Karriere. Mit 4 Jahren noch viel zu klein und schmächtig hat sie sich in 2 Jahren zu einem kompakten, kräftigen Pferd entwickelt und ist noch lange nicht fertig. 5 und 6jährig war sie
erfolgreich auf dem Jungpferdechampionat für junge Distanzpferde. 2015 im "Schwäbischen"
und 2016 an der Nordsee. 2017 startet sie als Springpferd.

      



 

Lafayette P.
, 8 Jahre, Tochter von Penthi und erst seit Ende März 2016 in der Herde. Ebenfalls noch mit 4 Jahren sehr klein und "nicht viel dran", aber schon erstaunlich ausdauernd und kräftig.

  
Hier kurz nach der Ankuft, nass vom schlechten Wetter, fern von der gewohnten Herde das erste Mal abgetrennt von anderen Pferden, noch nicht halfterführig und nicht wirklich zahm. Rechts ein paar Wochen später.

Dann aber bald vertrauensvoll mit Mutter Penthi unterwegs und auch mit Reiterin. 2019 ist sie das 3. Championat der jungen Distanzpferde gelaufen und war gut platziert.





Wir arbeiten ständig an Verbesserungen!


 Erster Imbiss in der neu eröffneten Heukammer, nach Größe und Farbe sortiert  














So etwas sieht man nur, wenn Pferde sich völlig sicher fühlen. Alle liegen, keiner hält Wache.
Der Herdenchef ist gerade im Verein bei der Arbeit.



FAQ
Sind eure Pferde Tag und Nacht draußen und sich selbst überlassen?
Ja. Wenn sie es tagsüber stundenweise können (müssen), können sie es auch 24 Stunden, wo liegt da der Unterschied? Wir sollten unsere Lebensweise nicht zwanghaft auf Pferde übertragen. So ganz allein sind sie ja auch nicht, wir kümmern uns täglich mehrmals um alles, was nötig ist. Den Rest regelt die Herde, denn keiner muss schutzlos zurückbleiben.

Frieren eure Pferde nicht?
Nein, niemals. Nass heißt auch nicht gleich frieren. Pferde fühlen sich bei weitaus niedrigeren Temperaturen erst wohl als Menschen, ihr Organismus kann sich perfekt anpassen. Sie können wählen, ob sie in der Sonne, im Regen, im Wind oder geschützt stehen und zwischen 2 Strohlagern pendeln, aber auch Außenliegeplätze aufsuchen. Für "Ernstfälle" gibt es Outdoordecken. Durch das Leben bei Wind und Wetter wird das Immunsystem trainiert, die Pferde sind weniger anfällig für Krankheiten.

Werden eure Pferde nicht dick von dem vielen Heu?
Kann schon passieren in Einzelfällen. Dagegen kann man das Lauftier Pferd aber ausreichend bewegen. Die meisten Pferde wissen genau, was für sie gut ist, wenn man sie nur lässt. Neuzugänge aus Boxen merken aber schnell, dass Heu hier nicht rationiert ist und nutzen dann auch viel Zeit zum Rumbummeln oder Dösen - also genussvolles Faulenzen.

Werden die Pferde nicht faul, wenn sie dauernd rumlaufen?

Nein. Im Gegenteil, sie sind ausgeglichen und aufmerksam, weil sie ihre "Freizeit" pferdegerecht verbringen können und sich in der "Arbeitszeit" gern auf ihren Menschen konzentrieren. Da sie ein aktives Leben führen und neugierig sind, freuen sich sich auch über Abwechslung.

Verletzen sich die Pferde nicht mehr als in der Box?
Nein, eher weniger. Sie sind aktiver und dadurch geschickter. Das Pferd kann eine gewisse "Eigenverantwortung" lernen oder sie vom Menschen abgenommen bekommen. Pferde haben als Fohlen von ihrer Herde alles gelernt was lebensnotwendig ist, das endet nicht mit dem Einreiten. Die wichtige "Pumpe" in den Beinen bleibt in Schwung. Wir haben praktisch keine Bein- und Hufschäden. Bei sorgfältiger Herdenzusammensetzung und Planung der Flächen reicht die Einhaltung der Rangordnung für den Frieden. Kein Pferd will sich wegen Aggressionen groß anstrengen oder verletzt werden.

Ist das nicht viel mehr Arbeit als eine Box misten?

Nein, eher weniger. Etwa 2 x täglich abgesammelt bleiben die Liegeflächen sehr sauber, weil die Pferde sich eher draußen aufhalten. Sie zertreten auch selten ihre Haufen, so sind sie viel schneller abgesammelt. Wir haben auch oft freundliche Gesellschaft. Ab und zu stellt sich ein Pferd dazu und bietet etwas Kraulkontakt an. Das Fell ist sauberer als in der Box, nasser Sand fällt bald ab, die Hufe sind nicht mit einem Urin-Kot-Gemisch getränkt. Die Pferde riechen nach sauberem Pferd und nicht nach Mist. Die Futterstellen sind nicht verschmutzt. Wir sparen trotz großzügiger Einstreu ca. 50 % Stroh.